Monatsarchiv: Juli 2017

Revanche Mann gegen Harth – Wer in der Jury sitzt ist Wiking-Boss Jacke wie Hose

Fotos: go4boxing.com

Seit dem grandiosen Gefecht zwischen Deniz Ilbay und dem Wikinger Angelo Europa Frank ist ein Umdenken bei den Box-Fans zu beobachten. Das Interesse an „sterilen“ Titelkämpfen schwindet.  Gefragt sind Boxer zum Anfassen. Boxer, die ihr Handwerk verstehen und sich im Ring auf Augenhöhe bekriegen. Jetzt kann jeder hautnah dabei sein, wenn der Kampf schon vor dem Kampf“ beginnt. Battleground sind Facebook, Twitter oder Snapchat. Und wenn sich dann noch die Manager wortgewaltig einschalten, dann hat man ganz großes Kino.

Ilbay und Frank lebten es vor, Artur Mann und Leon Harth entwickelten es weiter. Mit der Frage „Mann oder Memme“ eröffnete Leon Harth die Facebook Schlacht um den WBO international Titel gegen den Wikinger Artur Thunder Mann.
Nach dem heftigen Schlagabtausch in den Medien kam es zu dem grandiosen Showdown in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle. Artur Mann siegte. (95:95, 96:94, 97:93) Wer daran glaubte, dass nach dem Shakehands der beiden Warriors der Fight zu Ende war, der hatte die Rechnung ohne Harths Manager Rainer Gottwald gemacht.

Gottwald war sauer und ließ seinen Unmut freien Lauf:

„Wir waren den gesamten Abend in der blauen Ecke, aber eben bei diesem Kampf hat man uns in die rote Gastecke verbannt.  Warum wohl?….
….Man hat mich vom Punktrichter weggesetzt, aus der Ecke verbannt. Alles damit wir benachteiligt werden.“

Sauerland Geschäftsführer Freddy Ness wollte die Vorwürfe so nicht stehen lassen: „Die blaue Ecke ist den Boxern des Gastgebers vorbehalten und der Gastgeber des Events war das Sauerland Team. Artur Mann hat einen Promotions-Vertrag mit uns, Leon Harth nicht. Damit ist Mann ein Sauerland-Boxer und startet aus der blauen Ecke.“

Gottwalds Beschwerde „vom Punktrichter weggesetzt worden zu sein“ kommentierte Ness ebenfalls: „Rainer Gottwald hat sich auf einen Presseplatz direkt neben einen der Punktrichter gesetzt und Leon Harth lautstark unterstützt. Dadurch wurde der Judge bei seiner Arbeit beeinträchtigt. Ich war technischer Leiter des Events und in dieser Funktion für den störungsfreien Ablauf der Boxkämpfe verantwortlich. Unter diesen Umständen war der nicht gegeben. Deshalb habe ich ihn gebeten, seinen ihn zugewiesenen Platz in der roten Ecke einzunehmen.

Für Ness war es ein enges Urteil, in dem zwei echte Fighter einen ungemein spannenden Kampf ablieferten.  Als erfahrener Box-Manager weiß er, dass knappe Urteile Freiräume für Spekulationen bieten, an denen er sich auf keinen Fall beteiligen wird.
Ein Kompliment für den „Thunderman“ gibt es dennoch: „Artur Mann hat in seinem elften Kampf das erste Mal über zehn Runden geboxt. Daher ist es für mich eine großartige Leistung, einen derart erfahrenen Boxer wie Leon Harth zu schlagen und WBO International Champion zu werden.“

Gottwald fühlte sich um den Sieg betrogen. Aus seiner Sicht boxte Harth zehn Runden nach vorn, Artur Mann war nur im Rückwärtsgang. „Ein echter Mann geht vorwärts, eine Memme geht rückwärts“, legte er nach.

Der Konter von Wiking-Promoter Winfried Spiering kam postwendend. „Erst einmal gratuliere ich Levon Hakobyan zu seinem zweiten Platz. Der Sieg geht zweifelsfrei an den Thunderman. Unsere Strategie war es, Hakobyans stürmische Attacken abzukontern und die ist voll aufgegangen. Artur hatte die Angriffe erstklassig übernommen und immer eine Hand mehr drin gehabt.“
Auch für Spiering war der Kampf knapp, der bessere Boxer mit den klaren Treffern war für ihn eindeutig sein Thunderman. Spierings Fazit: „Um Artur zu besiegen gehört mehr dazu, als wie ein Panzer durch den Ring zu fahren.“
Faire Geste von dem Wikinger – Noch im Ring bot er Harth einen Rückkampf an.
Den will Gottwald unbedingt. Aber dann will er mitentscheiden wer im Kampfgericht sitzen wird.

Das ist Spiering „Jacke wie Hose.“ „Der Thunderman wird Hakobyan schlagen. Jederzeit, überall und egal wer in der Jury sitzen wird. In 25 Jahren Profiboxen kann ich nur darüber schmunzeln, dass Rainer Gottwald sich neben den Punktrichter gesetzt hat, um ihn zu beeinflussen. Er sollte nicht weiter wie ein Elefant durch den Porzellanladen stolpern, sondern sich lieber um den Rückkampf Ilbay – Frank kümmern, genauso wie um den Fight Besir Ay gegen Ahmad Ali. Dann hätten wir schon einmal drei Kämpfe für eine großartige Veranstaltung zusammen. Genau so etwas wollen doch alle Boxfans sehen.“

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Von wegen Auswärtsspiel: Großer Beifall für Arthur Abraham in London!

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Großer Rummel um Arthur Abraham in London! Nach einem mehrstündigen Medienmarathon in der englischen Metropole, wurde Abraham heute beim „öffentlichen Training“ (Open Air an der Themse) von den englischen Fans mit viel Beifall empfangen. Klingt nicht nach Auswärtsspiel…

 

„Die englischen Boxfans sind überaus fair. Und Arthur kommt auch hier gut an. Möglich, dass die Stimmung am Samstag kippt und Arthur statt Eubank von den Fans angefeuert wird“, verrät Abraham-Coach Ulli Wegner. Zudem gilt Eubank in seiner Heimat als überheblich – das kommt beim Publikum nie gut an!

 

Im Kampf gegen den Sohn des legendären Chris Eubank, geht es für Arthur Abraham in der Arena Wembley in London (live ab 19:30 Uhr auf SKY Select und ranfighting.de) um sehr viel. Der Berliner kann mit einem Sieg nicht nur IBO-Weltmeister im Super-Mittelgewicht werden, sondern sich auch die Teilnahme an der „World Boxing Super Series“ sichern. In der ersten Runde des 8-Mann-Turnieres trifft der Sieger vom Samstag auf den Türken Avni Yildirim.

 

„Ich konzentriere mich jetzt nur auf den Kampf gegen Eubank. Ich werde mit einem Sieg den Heimweg antreten. Das ist mein Ziel, dafür habe ich sehr hart gearbeitet“, sagt Abraham. Fügt aber hinzu: „Natürlich will ich auch an der Ali-Trophy teilnehmen. Das ist eine große Sache.“ Um sich perfekt auf den Fight gegen Eubank Jr. vorzubereiten, schotteten sich Abraham und Wegner in den letzten Wochen im Bundesleistungszentrum Kienbaum ab. Wegner: „Arthur hat sehr gut trainiert. Wir hatten unsere Ruhe und konnten Eubank genauestens studieren. Am Samstag werden wir für ihn die passende Taktik parat haben.“

 

Übrigens: Beim heutigen „Vorwiegen“ (gibt es nur in England) brachte Arthur Abraham 77,9 kg auf die Waage (erlaubt waren 78,9 kg). Am Freitag müssen beide Boxer dann das Super-Mittelgewichts-Limit von 76,203 kg bringen. Im Mittelgewicht wird zudem Sauerland-Youngster Patrick Wojcicki aus Wolfsburg (acht Kämpfe, acht Siege) im Rahmenprogramm auf den Engländer Darryl Sharp treffen.

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Nach Absage von Friday Night Boxing und Einsatz bei G20: Polizist Dima Weimer boxt jetzt in Kühlungsborn

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Nach den langen und intensiven Einsätzen bei dem G20-Treffen in Hamburg, steigt Polizeikommissar Dmitrij „Dima“ Weimer am kommenden Samstag im Ostseebad Kühlungsborn in den Ring. Der Profiboxabend wird von PSP – Boxing ausgerichtet und bietet unter anderem einen WBO-WM-Ausscheidungskampf mit Bintou Schmill. Ursprünglich sollte der mehrfache Kickbox-Weltmeister bei Friday Night Boxing am 21. Juli in Hamburg boxen. Die Veranstaltung wurde aber abgesagt. „Ich freue mich sehr, dass ich so kurzfristig bei Enrico Schütze kämpfen kann“, sagt Weimer, der einen Kampf über sechs Runden bestreiten wird. „Die letzten Tage waren zwar sehr anstrengend, aber ich bin schon länger im Training und möchte unbedingt kämpfen. Auch für meine Kolleginnen und Kollegen der Polizei, die mich vor Ort unterstützen werden.“ Er trifft auf Aleksandr Kuvac. Der Hamburger Polizeibeamte ist noch immer überwältigt von der positiven Resonanz. „Die Wertschätzung, die uns Polizisten aus der Bevölkerung entgegenbrachte wurde ist phänomenal“, sagt Weimer. Der Kampf soll als Vorbereitung für die UBF-Europameisterschaft am 1. Oktober 2017 in Hamburg dienen.

Tickets:

http://www.psp-boxing.com/tickets/

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Eliminatorkampf um Titel von Braekhus am 15.07.2017 in Kühlungsborn

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Bintou Schmill (PSP – Boxing) vs. Verena Kaiser (Fächer – Sport) lautet der Hauptkampf am 15. Juli in einem der schönsten Ostseebäder Deutschlands. Es geht um sehr viel für die beiden ungeschlagenen Boxerinnen, die WBO hat diesen Kampf zum WM – Eliminator im Weltergewicht bestimmt und die Siegerin wird zur Pflichtherausforderin der aktuellen Weltmeisterin.

Schwergewichtler Jens Tietze (PSP – Boxing) wird nahe seiner Heimatstadt Wismar einen Titelkampf bestreiten, Verhandlungen mit zwei Gegnern laufen gerade.

Wismar ist auch die Heimat von Steffi Schünke, Niels Schmidt und David Wilken (alle PSP – Boxing) und somit können alle drei ihren Fans ganz in der Nähe ihrer Heimatstadt starke Ringauftritte bieten.

Zehn Kämpfe sind geplant, Fächer – Sport aus Karlsruhe wird einige Kämpfe einbringen und aus Hamburg werden einige interessante Boxer in der Kühlungsborner Arena dabei sein.

Dima Weimer boxt auch in Kühlungsborn.

Für diese hochklassige Veranstaltung gibt es Karten (ab 25,- Euro) bei:

http://www.psp-boxing.com/tickets/

Dazu finden Sie auch die Vorverkaufsstellen vor Ort.

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Wikinger auf den Vormarsch

Das Dauerregen am Freitag hatte den Platz in Rahlstedt ordentlich matschig gemacht. Das hinderte nicht die Fans und Boxer bei Circus Europa tolles Boxen zu erleben.

Hauptkämpfer Angelo Frank holte sich den neuen Titel der IBO mit Bravur. Der in Kuba geborene Marin konnte sich nicht gegen Angelo ransetzen. Den ungleichen Kampf beendete der Ringrichter in der 6. Runde. Gewinner durch TKO wurde somit Angelo Frank.

Der bester Kampf des Abends lieferte Zeynel Elbir gegen Bakhtiyar Izgandarzada aus Aserbaidschan. Ein Kampf der alles in sich hatte. Der Aserbaidschaner war nicht nur um seine Gage zu holen gekommen. Er gab von der erste Runde an Gas und zeigte sein Boxerherz, dass er zum gewinnen da war. In der letze Runde ging plötzlich der Strom aus, so dass in der Dunkel die Runde eine Minute abgebrochen wurde. Nach dem Kampf drehte Trainer Adnan Özcoban völlig durch. Zeynel hat seinen Boxer Ali El Zain herausgefordert  und irgendwie wurde Adnan sehr aggressiv. Özcoban wurde von den Sicherheitsleuten aus dem Ring gebracht und schimpfte an den Offiziellen. Keine wusste so genau warum.

Der absolut beste Journeyman Deutschlands Mazen Girke gab sein Abschiedskampf. Girke machte ein gleichen und fairen Kampf gegen Ünsal Arik. Arik hatte Schmerzen im Schulter-bereich und am linken Hand, da er blaue Tapes trug. Den engen Kampf wurde mit einer Split Decision zu Gunsten Ünsal Arik gefallen.

Aus ECB boxte Nikola Milacic gegen Raoul Mbetou. Mbetou war für die Aufgabe völlig überfordert, bei ihn fehlte Deckung, Beinarbeit usw. Zum Glück gab die Seite nach der zweite Runde auf, so dass dieser Mismatch aufhörte.

Desto besser zeigte sich Ronny Mittag in einem 10 Runden Kampf gegen Mihaly Donath. Mittag zeigte wie einen Titelträger boxt und nach 5 Runden stand Mittag als klarer Sieger durch KO da.

Kurzen Prozess machte Agron Smakici gegen Dennis Jochen aus Kiel. Nach 32 Sekunden war der Kampf zu ende. Ein versprechender Boxer aus ECB Boxstall.

Der Freitagabend bei Circus Europa war genau wie voriges Jahr sehr gelungen. Weiter so Wiking Boxing Team!

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Photos: Angelo Frank vs Ericles Torres Marin

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Photos: Nikola Milacic vs Raoul Mbetou

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Photos: Zeynel Elbir vs Bakhtiyar Isgandarzada

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Photos: Ronny Mittag vs Mihaly Donath

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Photos: Agron Smakici vs Dennis Jochen

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