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21. Dezember in Wolgast: Wiking-Weihnachtsboxen statt Adventssingen

Neun Wiking-Amateure gehen am 21. Dezember beim traditionellen Weihnachtsboxen in ihrem Wolgaster Gym an den Start. Drei von ihnen sind Landesmeister. Selbstverständlich wird es auch wieder tolles Profiboxen geben.

Winfried Spiering ist der Chef des Berliner Wiking-Boxstalls sowie der Präsident „Wiking-Winner-Förderzentrum OVP e.V“. Für ihre „Weihnachtsfeier“ haben die Wikinger ihr Gym am Lustwall zur wohl kleinsten Boxarena der Welt umgebaut. Wie in den Vorjahren setzen die Nordmänner auf knackiges Amateurboxen, gefolgt von „handfesten“ Profikämpfen.

Traditionell eröffnen die Amateure die Veranstaltung. Ricardo Pautsch, Headcoach des Wolgaster Wiking-Teams sowie seine Co-Trainer Roberto Habeck und Mario Fründt sind stolz, dass in neun der 13 Gefechte ihre Faustkämpfer gesetzt sind und sich mit exquisiten Gegnern aus Berlin und Hamburg messen werden. Jan Golla, Jugendwart des Boxverbands MV, half ihnen tatkräftig bei der Planung.

Pautsch ist seit Tag eins -das war der 1. Oktober 2018- dabei. Unglaublich, aber in etwas mehr als einem Jahr kann er auf eine Mannschaft von 17 Wettkampfboxern zurückgreifen. Viele von ihnen wurden schon auf Meisterschaften und Turnieren mit Medaillen dekoriert.
Nachwuchssorgen gibt es in Wolgast nicht. Roberto Habeck trainiert die vielen acht bis zehnjährigen Mini-Wickies. Er musste viele trösten, weil sie für die Veranstaltung nicht aufgestellt wurden. Sie sind noch zu jung.

Maurice Rades ist mit 34 Kg der Leichteste. Vermutlich wird sein Kampf der erste der Veranstaltung sein. Er ist einer der drei Wolgaster Landesmeister. Am anderen Ende der Gewichtsskala steht Tobi Kruse. Der ist der Mecklenburg-Vorpommern-Meister im Superschwergewicht und mit 107 Kg und 16 Jahren eine echte Wuchtbrumme.
Pautsch betont: „Tobi hat sich prächtig entwickelt. Bei der Beinarbeit und der Schlagdynamik hat er einen großen Satz nach vorn gemacht.“
Doch Tobi hat zuletzt gegen einen baumlangen Berliner nach Punkten verloren. Der hatte nach einem Break-Kommando nachgeschlagen und Tobi die Nase gebrochen. „Kampfunfähigkeit vorgaukeln, damit sein Gegner hätte disqualifiziert werden müssen, das ist Mimimi und eines Wikingers unwürdig“, so Pautsch.

Jetzt bekommt Tobi die ersehnte Revanche,  denn genau jener baumlange Berliner wird ihm beim Weihnachtsboxen gegenüberstehen. Spiering ist sich sicher: „Nach dem Kampf wird Tobi für uns nur noch der Wolgaster Bomber sein.“

Fast genauso schwer wie Tobi ist Maurice Wegner, der nach einer langen Verletzungspause endlich seinen ersten Kampf bestreiten wird. Pautsch: „Das Publikum kann sich auf eine gewaltige Kelle freuen, denn die haut Maurice.“

Etwas leichter ist Andrico Zastrow. Der Schüler des Runge Gymnasiums wird im Schwergewicht (91 kg) seinen ersten Kampf bestreiten. „Toller Junge, toller Kämpfer,“ so Pautsch.

Jason Strübing, Spitzname „Karate“, komplettiert das Wiking Trio der Landesmeister. Seine Trainer sind sich sicher, dass der Halbweltergewichtler die Siegpunkte für seine Mannschaft holen wird.

Lukas Emke, 12 Jahre, besucht, wie viele seiner Kameraden, die Kosegarten Schule. Er tritt in der Klasse bis 54 Kg an.
Alexander Albrecht kommt nicht aus Wolgast, sondern aus Zinnowitz und boxt in der 57 Kg-Klasse.
In den weiteren Kämpfen werden Malte Burkert und Felix Hagendorf zu sehen sein. Mit 23 Jahren ist Felix der Älteste in der Wiking-Staffel.

„Wir sind zufrieden, wenn unsere Jungs alles geben werden,“ sagen die Trainer unisono, „denn wenn sie alles geben, dann werden sie auch siegen!“

Verstärkt wird die Staffel der Peeneboxer durch vier Athleten vom FSV Bentwisch.

Die Amateur-Fights werden durch mindestens drei Profikracher nachgewürzt. Hier können sich die Fans auf die Berliner Mateusz Okbi, Kurosh Nigkan und Mike Jäde freuen.
Darüber hinaus möchte Spiering die Schwergewichtler Danilo Milacic aus dem ECB Team und den Belgier Jack Mulowayi einsetzen. Sie sollen gegen lokale Größen antreten. Leider bekam Spiering bis jetzt nur Absagen.

Mateusz Okbi boxte bereits letztes Jahr unter dem Wolgaster Tannenbaum. Damals schlug er Aleksandar Tojic nach wenigen Minuten KO. Die Bilanz des 28-jährigen ist mit vier KOs in vier Kämpfen makellos. Natürlich will Mateusz auch seinen fünften Kampf vorzeitig gewinnen.

Ähnliches hat der Supermittelgewichtler Kurosh Nigkan vor. Seine drei Kämpfe gewann er durch KO. Geht es nach ihm, soll sein Gegner beim Weihnachtsboxen ebenfalls das Opfer seiner Schlaghand werden.

Hauptkämpfer ist Mike Jäde. Mike hat sich im abgelaufenen Jahr prächtig entwickelt. Erst im September durfte sich Mike nach seinem Sieg gegen Nico Salzmann den GBC Intercontinental Gürtel umschnallen. Vermutlich wird Mike schon sehr bald um größere Titel boxen. Bedingung hierfür, ein Sieg in der wohl kleinsten Boxarena der Welt.

Wann? 21. Dezember * Einlass 17 Uhr * Beginn 18 Uhr

Wo? WBT Box-Gym * am Lustwall 4 * Wolgast

Tickethotline:

Info@wikingboxteam.de

9-12 Uhr 030/29668734

6-22 Uhr 0172/3082807

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Fest der Freunde – Wiking Weihnachtsboxen begeistert Wolgast

Fotos: Wolfgang Wycisk

„Ein Fest der Freunde!“ Treffender hätte man das Motto des Wiking Weihnachtsboxen nicht wählen können. Über 300 Fans feierten gemeinsam mit Winfried Spiering und seinem Wiking Box-Team zwei Tage vor Heiligabend ihren traditionellen Jahresabschluss und ließen es sich bei Spanferkel, Pun(s)ch und tollen Amateur- und Profisport richtig gut gehen.

Unter den Gästen war illustre Prominenz: Dag Schmidt zum Beispiel, mehrfacher Weltmeister im Kraftdreikampf. Oder Mike Hanke, zweifacher Vizeweltmeister im Schwergewichtsboxen.
Der stellvertretende Landrat Jörg Hasselmann staunte über die tollen Leistungen des Boxnachwuchses und sicherte dem Verein für das nächste Jahr seine Unterstützung zu.

Zinnowitz erster Bürger Peter Usemann war in Doppelfunktion vor Ort. Zum einen war er als Ehrengast geladen, zum anderen half er als Rettungssanitäter aus. Usemann und Spiering kennen sich seit dem fantastischen „Fritz Sdunek Memorial“, das Anfang September zu Ehren der Trainerlegende in Zinnowitz veranstaltet wurde. Für den nächsten Event haben sie sich vorgenommen, noch ein Schippchen draufzulegen. Ein passender Termin wird bereits gesucht.

Weiterhin vor Ort, Ralf Bünger, Landestrainer Mecklenburg Vorpommern, sowie Harald Lange, der Präsident des erfolgreichsten Boxclub Berlins, der Eintracht Berlin.
Als weiterer Ehrengast saß Dr. Worm direkt am Ring. Worm ist seit 50 Jahren bei den Amateuren als Ringarzt tätig ist.

Team Sauerlands Kultcoach Uli Wegner war gekommen, um seinem Freund Rene Suske mit einer Laudation zum 49. Geburtstag zu gratulieren. Darüber hinaus wollte er Araik Marutjan beobachten, der für einen Sechsrunder in den Ring klettern sollte. Der Schweriner Mittelgewichtler wechselte erst kürzlich in seine Trainingsgruppe nach Berlin.

Erstmalig wurde das Wiking Weihnachtsboxen in Wolgast und nicht wie sonst üblich,
in Berlin veranstaltet. Es gab nicht nur Profiboxen zu sehen, sondern auch Amateursport. Vor drei Monaten gründete Spiering in Wolgast das Winner Wiking Box-Team OVP. Mit dem Amateur-Club möchte er dem Boxsport in Pommern frische Impulse geben.
Trainer sind Jürgen Moderhak und Ricardo Pautsch. Und was die Nachwuchs-Wikinger in weniger als drei Monaten von den beiden gelernt haben, dass zeigten sie in Sparringskämpfen gegen Phoenix Stralsund, FSV Bentwitsch und GFC Rostock.
Sparringsboxen, dass bedeutet drei Runden, zwei Gegner und keinen Sieger, denn die Kämpfe werden ohne Wertungen durchgeführt. Das Amt des Referees wird von einem Trainer übernommen.

Fast alle Athleten standen beim Weihnachtsboxen zum ersten Mal im Ring. Entsprechend groß war die Aufregung, nicht nur bei den Sportlern, sondern auch bei ihren Trainern.

„Bring mehr die Führhand!“ oder „Geh aus der Linie!“ „Wo ist die Schlaghand?“ und immer wieder „Bleib ruhig,“ riefen die Trainer in den Ring.

Die Boxgirls Janina Andra (Wiking) und Emmi Kühl (FSV Bentwitsch) setzten die Anweisungen bestens um. Janina brachte die geforderte Führhand, hatte jedoch Schwierigkeiten Emmis tolle Konter zu vermeiden.

Maurice Rades (Wiking) und Louis Epp (GFC Rostock) waren trotz ihrer zehn bzw. neun Jahre kaum zu bremsen, genauso wie Max Schönrock (Wiking) gegen Zaki Subaia (GFC) und Dany Pagels (Wiking) gegen Johannes Hesse (GFC).

Fredik Chatchatrjan (GFC) und Max Suske (Phoenix Stralsund) gehören zu den besten Weltergewichtlern in Mecklenburg-Vorpommern. Standesgemäß zeigten sie hervorragende Techniken für den sie anerkennenden Szenenapplaus erhielten. Es war der vielzitierte „Fight auf Augenhöhe“, der auch für ein Kampfgericht schwierig zu werten gewesen wäre.

Uli Wegner war voll des Lobes für alle Kämpfer sowie deren Leistungen: „Topp! Darauf kann man in Pommern aufbauen.“

Nach den Amateuren übernahmen die Profis den Ring. Für die Statistiker unter den Fans: Es standen vier Kämpfe auf der Fightcard. Alle Sieger kamen aus der blauen Ecke. Kein Kampf ging über die Zeit. Der Längste war nach 1:11 min. in der dritten Runde zu Ende und der kürzeste dauerte 114 Sekunden. Den bestritt Mittelgewichtler Araik Marutjan. Mit einem Leberhaken legte Araik den Ungarn Istvan Szucs in der Rekordzeit flach. Wegner bekam von seinem Neuen nicht viel zu sehen.

Halbschwergewichtler Aleksandr Tojic aus Bijeljina/Bosnien Herzegowina versuchte den Berliner Feuerwehrmann Matheusz Seyfo Okbi mit wuchtigen Angriffen zu überfallen. Die Strategie ging nicht auf. Im Gegenteil Matheusz konterte seinen Kontrahenten mit einer mörderischen Schlaghand ab. Nach 2:06 min. in der zweiten Runde war Schluss. TKO, das war die Entscheidung des souveränen Referees Rene Fiebig.

Mit dem rechten Kopfhaken, den der Tscheche Rene Molik als Konterwaffe einsetzte, kam Mike Jäde anfangs nicht zurecht. Doch schon im zweiten Durchgang lief es rund für den Berliner. Ende der dritten Runde überdehnte sich Molik das Ellenbogengelenk. Er gab den Kampf in der Pause auf. (TKO)

Einen tollen Einstand für das Jahr 2019 gab es vom Wikinger Sven Elbir zu sehen. Kraftvoll boxte er nach vorn und zerhackte Adnan Zilic mit dem rechten Aufwärtshaken. Einmal schickte er den Mann aus Prijedor / Bosnien Herzegowina in der ersten Runde runter, zweimal in der zweiten. In der dritten Runde schoss Sven seinen Gegner weg. Auch hier schritt Rene Fiebig ein und brach ab. (TKO)

„Mit seiner Leistung hat sich Sven Elbir definitiv für ein Rematch gegen Patrick Wojcicki (Sauerland) empfohlen,“ so Spiering. Der Boxmanager weiter: „Andererseits wäre nach den gezeigten Leistungen von Marutjan und Elbir ein Fight zwischen den beiden sehens- und wünschenswert. Den Leitspruch des Kampfes hätte ich auch schon: Zwei Mittelgewichtler wollen an die Spitze.“
Überhaupt will das Wiking Box-Team im nächsten Jahr angreifen. Zum Beispiel hat Ronny Mittag noch eine Rechnung mit Denis Radovan (Sauerland) offen. Darüber hinaus werden die Wikinger neue Boxer in ihr Team aufnehmen. „Man ist mit drei Kubanern im Gespräch“ so Spiering. Die Gewichtsklassen wären Schwer und Supermittel. William Scull, der demnächst um die Südamerika-Meisterschaft boxen wird, ist einer von ihnen und gehört so gut wie zum Team. Die Wikinger holten Scull bereits für einige Tryouts nach Berlin. Doch von den drei geplanten Kämpfen kam nur einer zustande. Mögliche Gegner sagten reihenweise ab.

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