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Klitschko kam 1995 nach Deutschland. Wie es begann


Achim Braun, Flensburger Sportjournalist, beleuchtet im Folgenden den Werdegang der Brüder Klitschko von Flensburg an die Weltspitze.

Harald Uhr, Flensburger Unternehmer, 1995-1997 Erster Vorsitzender des Box Bundesligavereins BC Flensburg, lernte 1996 beim Box-Chemiepokal in Halle den Vorsitzenden des ukrainischen Boxverbandes kennen und schätzen. Dieses kennen lernen wurde bei der Europameisterschaft im dänischen Vejle vertieft. Der erst seit 1991 autonome Ukrainische Staat war einerseits bemüht, sportliche Aushängeschilder zu besitzen, war aber andererseits auf Grund absoluter wirtschaftlicher Schräglage nicht in der Lage vorhandene sportliche Talente entsprechend zu fördern. Daraus resultierte, dem damals 25jährigen Militärangehörigen Vitali Klitschko (Chemiepokalsieger 1996, Militärweltmeister 1995 und 2. Titelträger der Amateurweltmeisterschaft 1995) sollte die Möglichkeit gegeben werden im „freien Western“ seine Möglichkeiten auszuschöpfen! Unternehmer Uhr (damals Besitzer eines Reisebüros, eines Sportgeschäftes und einer Betonsanierungsfirma) zahlte an den ukrainischen Boxverband 10.000 US-Dollar und rüstete die gesamte Box–Nationalstaffel der Ukraine mit Adidaskleidung aus. Im Gegenzug verpflichtete sich Vitali Klitschko, der zu diesem Zeitpunkt bereits für die Olympischen Spiele in Atlanta nominiert war, eine Saison für den Flensburger Box-Bundesligisten anzutreten. Unmittelbar vor der Abreise zur Olympiade wurde Vitali Klitschko des Dopings überführt und mit einer einjährigen Sperre belegt. Bruder Wladimir wurde stattseiner für die Olympiade nominiert und wurde dort erster weißer Goldmedaillengewinner seit der Olympiade von 1956! Um nicht als vertragsbrüchig zu gelten, wirkte Vitali auf seinen fünf Jahre jüngeren Bruder ein den Vertrag in Flensburg zu erfüllen. Auch Wladimir war zu dieser Zeit, als gerade einmal 20jähriger, bereits äußerst erfolgreich: 1993 Junioreneuropameister, 1994 Juniorenvizeweltmeister, 1996 Militärweltmeister. So kam es, dass zu Beginn der Boxbundesligasaison 1996/97 der Olympiasieger im Schwergewicht für die Flensburger Boxstaffel in den Ring kletterte. Insgesamt acht Kämpfe, die allesamt kurzfristig beendet waren, absolvierte Wladimir Klitschko für die Flensburger Farben. Seinen Wohnsitz hatte der Modellathlet seinerzeit in der Fördestadt. Da Wladimir Klitschko keine Silbe Deutsch und auch kaum Englisch sprach, war der aus Armenien stammende Leichtgewichtler Vardan Zakarjan für ihn überlebensnotwendig. Die Beiden waren ein an Pat und Patachon erinnerndes „unzertrennbares Gespann“. Hier der 2,00 Meter große und 105 Kilogramm schwere Wladimir Klitschko, dort der 1,67 Meter kleine und weniger als 60 Kilogramm wiegende Zakarjan. Binnen kürzester Zeit war Wladimir aber in der Lage sich selbst zu verständigen und dank seiner sympathischen Art und seiner sportlichen Leistungen flogen ihm nicht nur die Herzen der Boxinteressierten Flensburger zu. Natürlich erhielt Klitschko während seines Engagements in Flensburg eine entsprechende „Aufwandsentschädigung“, sowie pro Monat einen Freiflug in die Ukrainische Heimat. Seite Auftritte, die ihn nicht einmal wirklich fordern konnten, erweckten das Interesse des Promoters Klaus-Peter Kohl. Der Chef der Universum Boxpromotion hatte das Potential der Klitschko Brüder rechtzeitig erkennt und Beide bis 2004 vertraglich an Universum gebunden. Sowohl Vitali, als auch Wladimir Klitschko haben von Beginn ihrer Profikarrieren an, als Zielsetzung das Erreichen des Weltmeistertitels im Schwergewicht genannt und dieses Ziel haben beide auch erreicht. (Achim Braun)

Vardan Zakarjan

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2 Gedanken zu „Klitschko kam 1995 nach Deutschland. Wie es begann

  1. Maier

    Ich dachte immer, dass der Werdegang von Klitschkos bereits im Jahr 1985 begonnen hat, als sie mit dem Boxen angefangen haben. Ausserdem war als Endecker der Bruder Klitschko immer der Peter Hanrats genannt.

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